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Linux Open Source Test Twitter

Im Test: Twitterclient Corebird

Es gibt inzwischen diverse Clients für den Microbloggingdienst Twitter, ich möchte an dieser Stelle mal den Client Corebird vorstellen.

Was ist Corebird?

Corebird ist ein einfacher einspaltiger Twitterclient, welcher sich auf die klassischen Bereiche wie die TL, Mentions oder Direktnachrichten konzentriert. Es unterstützt auch Listen und besitzt eine Suchfunktion. Das Programm ist unter den Bedingungen der GPLv3 lizensiert. Corebird ist fast ausschließlich in Vala geschrieben, der Quelltext steht auf GitHub zur Verfügung.

Installation Unter Arch Linux liegt ein Paket im AUR mit Namen corebird-git zur Verfügung. Auf Ubuntu lässt sich das Programm ebenfalls installieren, teils aber aufgrund der Abhängigkeiten von GTK+ nur mit einem gewissen Aufwand (Achtung, ungetestet!). Da der Quelltext natürlich auch zur Verfügung steht, kann Corebird auch selbst kompiliert werden.

Coebird benutzen

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Zunächst muss sich Corebird mit dem Account gegenüber Twitter authentifizieren. Das geht mit einer PIN, welche mit einem Klick auf „PIN anfordern“ angefordert wird. Die PIN wird über den Browser abgerufen. Sollte kein Standardbrowser konfiguriert sein, könnte es hier zu Problemen kommen, sollte sich bei dem wählen der Schaltfläche nichts tun, muss das vorher eingestellt werden. ef34Die Nutzung von Corebird ist an sich unkompliziert. Es gibt einen Button zum Schreiben eines neuen Tweets (Stift-Symbol) und die Buttons für die einzelnen Daten abzurufen. Es gibt auch Keyboard-Shortcuts, die man im Readme nachlesen kann. Zu erwähnen sei noch, dass die Links in Corebird nicht gekürzt dargestellt werden.

Wird man in einem Tweet erwähnt, wird eine Benachrichtigung angezeigt. Auf meinem System sah diese etwas unfertig aus (Button ohne Beschriftung), was ich aber an dieser Stelle eher dem frisch installierten KDE als Corebird zurechne.

 

 

 

Blöd I: Bei meiner aktuellen Umgebung (KDE4) springen die Icons in Corebird bei dem Berühren mit der Maus um ca 1 Pixel.

Blöd II: Der Client skaliert den Inhalt suboptimal. Sind Bilder in den Tweets enthalten, sieht das ziemlich unschön aus. Dieses Problem wurde jedoch bereits berichtet und wird hoffentlich zeitnah behoben.

Pro/ Kontra + Simpel gehalten + Unkomplizierter Authentifizierungsprozess mit Browser + Systemweite Notifications + Einfache Einrichtung Hässliche Skalierung von Grafiken, „Pixelspringen“ der Buttons Magere Einstellungsmöglichkeiten Hat sich im Test 1 x aufgehängt

Fazit Corebird ist ein einfach gehaltener Client, der sicher für diejenigen passend ist, die nicht von einer Flut aus Informationen erschlagen werden wollen. Mir persönlich fehlt etwas, dass man den Client eigentlich nicht einstellen kann. Okay, man könnte jetzt hier von angewandtem Minimalismus reden aber außer den unmittelbaren Einstellungen für den Account (über Avatarbild erreichbar) gibt es keine anderen Einstellungen. An dieser Stelle wäre bestimmt die ein oder andere Option sinnvoll. Man sollte zusätzlich beachten, dass Corebird noch aktiv entwickelt wird und dass es sicher noch das ein oder andere Problem gibt, mit dem man eventuell noch leben muss.

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Gaming Test

[Test] 0 A. D.

Am 24. Dezember1 erschien Alpha 15 „Osiris“ des Spiels 0. A. D von Wildfire Games. 0. A. D. entstand ursprünglich als Modifikation für Age of Empires, wurde jedoch seit 2002 als eigenständiges Spiel weiter entwickelt. Seit Juli 20092 wird 0. A. D. unter einer Open Source Lizenz angeboten. Der Quellcode selbst ist dabei unter den Bedingungen der GNU GPL veröffentlicht, die Mediendateien, Sounds, Sprites etc. sind unter CC-BY-SA lizensiert, damit Entwickler anderer Projekte Teile davon nutzen können. Tolle Idee! So genug zum Spiel allgemein – auf zum Test!

Installation

0 A. D. ist für Linux, Mac und Windows erhältlich. Dabei sind Pakete für Arch, Chakra, Debian, Fedora, Foresight, Frugalware, Gentoo, OpenSuse, Pisi, ROSA, Sabayon, Slackware und Ubuntu direkt in den Paketquellen der jeweiligen Distribution vorhanden. In meinem Falle (ich nutze Manjaro, ein Arch – Derivat) erfolgte die Installation mittels Pacman:

sudo pacman -S 0ad

Für die Nicht – Konsolenaffinen – Nutzer: Ihr könnt 0 A. D. natürlich auch über euer „Software Center“ installieren ;).

Für die andereren Distributionen ist die Installation ähnlich einfach. Wildfire Games hat für jede Distribution einen Hinweis zur Installation eingerichtet. Link zur Liste.

Die Installation ist erwartungsgemäß unkompliziert, es werden +/- 500 MB an Daten aus den Paketquellen heruntergeladen. Je nach Verbindunggeschwindigkeit kann dieser Download einen Moment in Anspruch nehmen. Und Los geht’s!

Nachdem das Spiel gestartet wurde, wird der Benutzer erst einmal von einem Warnhinweis begrüßt. Das schreckt‘ mich jedoch für meinen Test keinesfalls ab – für eine Alpha – Version sind solche Probleme zu erwarten. Ich sollte außerdem eine Seekarte spielen… Blendet man die Warnhinweise der Alpha aus, so zeigt sich schon früh, dass 0 A. D. qualitativ ein sehr hochwertiges Spiel ist. Es erinnert stark an das gute alte Age of Empires, nicht zuletzt, da es thematisch in einer ähnlichen Zeitepoche angesiedelt ist. In der aktuellen Alpha ist es möglich, sich in der Multiplayer – Lobby zu treffen und Spiele gegeneinander zu bestreiten – das gab es in der letzten Alpha noch nicht – ein großer Fortschritt. Ich werde – _aufgrund meiner miserablen Internetanbindung_ – jedoch das Singleplayer – Spiel testen.

Spielvariation in Hülle und Fülle

Es gibt bereits jetzt geschätzt mehr als 20 Karten und diverse spielbare Völker. Jedes Volk hat dabei verschiedene Vorzüge – manche haben bessere Waffen, manche haben hervorragende Nahkämpfer. Je nach Karte gibt es natürlich eine andere Auswahl an Völkern und Anzahl der Spieler. Es lässt sich bereits jetzt einstellen, ob der NPC dem Spieler freundlich oder feindlich gesonnen ist („Team“). Auch lassen sich beim NPC Einstellungen treffen, wie die künstliche Intelligenz des Spiels verhält. Zum Testen habe ich die Karte „_Persian Highlands_“ gewählt.

Das Spielen selbst

Das Spiel gestaltet sich in einer sehr vertrauten Form – es erinnert stark an AoE, was ich jedoch sehr begrüße – Strategiespiele werden schnell sehr unübersichtlich. Hier sehe ich direkt, welche Resourcen mir zur Verfügung stehen. Als Resourcentypen stehen Nahrung, Holz, Stein und Metalle zur Verfügung – dann mal los! Zu Beginn stehen einige wenige Kampfeinheiten und einige Bürger zur Verfügung. Jedes Volk hat dabei ein Dorfzentrum, dessen Verlust mehr als fatal endet. Die Karte ist zu Begin neblig, man muss zuerst entscheiden, ob man direkt auf Erkundungstour geht oder erst mal die Siedlung auf Vordermann bringt.

Häuslebaue!

Ich habe zuerst einmal eine befestigte Maueranlage errichtet. Die Animationen während des Baus eines Gebäudes sind stimmig, je nach selektierter Einheit kann man unterschiedliche Bauwerke errichten – so kann eine Nahkampfeinheit Kasernen und Wachtürme errichten, während Bürger(innen) der Siedlung eher für zivile Bauwerke (Häuser, Tempel) geeignet sind. Selektiert man eine „gemischte“ Gruppe verschiedener Einheiten, so lassen sich beide „Arten“ von Bauwerken errichten. Der Bau geht dann etwas schneller von statten.

Epoche auf Epoche

Hat man genügend Bauwerke errichtet und Ressourcen gesammelt, so kann man in der Epoche aufsteigen, wodurch neue Bauwerke zur Verfügung stehen. Beispielsweise lässt sich in der höhsten Epoche eine schwere Steinmauer errichten und besondere Einheiten, so genannte „Champions“ trainieren. Diese zeichnen sich durch besondere Stärke im Kampf aus.

Neu formieren!

Ein tolles Feature, das mir gerade bei anderen Echtzeit – Strategiespielen gefehlt hat, ist das Gruppieren der Einheiten. In 0 A. D. lassen sich Einheiten nach verschiedenen Mustern gruppieren, was gerade bei militärischen Interventionen mit anderen Völkern recht praktisch ist. Je nach Volk können sich die verfügbaren Muster auch unterschieden – beispielsweise die Römer können noch eine [Phalanx](http://de.wikipedia.org/wiki/Phalanx) – Formation einnehmen.

Vergleich mit den anderen Nationen

Nach dem Ende einer Partie lassen sich die einzelnen Spieler in den verschiedensten Kategorien vergleichen – das geht von gebauten Einheiten und Gebäuden über Eroberungen bis hin zu ausgebeuteten Ressourcen. Bemerkung: Je nach Karte verhält sich die künstliche Intelligenz der NPC’s anders. In dieser Karte haben die NPC’s eher sich um Ihre Bauten gekümmert, als Eroberungen zu tätigen. Es kann – gerade auf kleinen Karten – durchaus vorkommen, dass nach 20 Minuten ein Eroberer vor der Tür steht. Das sorgt für willkommene Spielvariation.

Der Alpha – Dämpfer

Wie in der Warnung zu Beginn gelistet, ruckelt das Spiel bei der Bewegung vieler Einheiten. Nach 45 Minuten Spielzeit und ca. 50 – 70 Einheiten begann das Spiel auf meinem System\* spürbar zu ruckeln. Es handelt sich dabei um eine bekannte Problematik, die bestimmt innerhalb der nächsten Updates behoben wird. Lobend zu erwähnen ist, dass dies während meines Spiels die wirklich einzige erkennbare „Macke“ einer Alpha war. Die Einheiten fanden Ihren vorgegebenen Zielpunkt (außer man sperrt natürlich die Stadttore zu :D), die Kollisionserkennung beim positionieren neuer Bauten funktionierte einwandfrei. \*AMD Athlon X2 250, 4 GB RAM, ATI Radeon HD 7750 (unfreie Treiber), Linux 3.10.25.

Zusammenfassung für 0 A. D.

0 A. D. ist ein in sich stimmiges, professionell gestaltetes Spiel, das unter Linux nativ läuft. Bis auf einige alphalastige Probleme ist das Spiel bereits jetzt ohne weiteres spielbar. Der Spieler kann aus einer Hülle verschiedener Völker und Karten wählen, was zu einem tollen Spiel beiträgt. Für Fans der Age of Empires – Spiele ist das Spiel wirklich zu empfehlen!

  • Pakete in nahezu allen gängigen Distributionen vorhanden
  • Bereits in der aktuellen Alpha 15 großenteils spielbar…
  •  Innovatives Lizenzmodell zu Gunsten anderer Entwickler (GPL + CC)
  • Viele spielbare Völker und Karten
  • Praktisches Gruppierungs – Feature für Einheiten
  • ..ruckelt (noch) nach einer Zeit spürbar
  • Manche Einheiten laufen (noch) etwas wirr‘ zum Ziel.
  • Etwas nerviges Gebrabbel beim Anklicken der Einheiten

Homepage: <http://play0ad.com/> Hersteller: [Wildfire Games](http://wildfiregames.com/) Lizenz: GPL (Code) + CC (Medien)